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Liebe Wettenbergerinnen, liebe Wettenberger,

diese Woche, am 28.04., war Kita-Gedenktag in Wettenberg.
Der Begriff mag zunächst ungewöhnlich klingen – und genau das ist auch beabsichtigt. Für mich ist dieser Tag vor allem ein Anlass, ehrlich auf die Situation zu schauen, vor der wir auch in unserer Gemeinde stehen.

Unsere Kindertagesstätten leisten jeden Tag Großartiges. Wenn ich unsere Einrichtungen besuche, erlebe ich, mit wie viel Engagement, Geduld und Herz dort gearbeitet wird. Kinder wachsen hier auf, entdecken die Welt und knüpfen erste Freundschaften. Für viele Familien sind unsere Kitas ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Alltags. Dafür bin ich sehr dankbar.

Gleichzeitig sehe ich aber auch die andere Seite: Die Anforderungen steigen stetig. Mehr Plätze, höhere Qualitätsstandards, steigende Personal- und Betriebskosten – all das ist richtig und wichtig, bringt unsere kommunalen Haushalte aber zunehmend an ihre Grenzen.

Der Kita-Gedenktag macht diese Entwicklung sichtbar. Er steht symbolisch für den Zeitpunkt im Jahr, ab dem die Einnahmen für den Betrieb unserer Kitas nicht mehr ausreichen. Ab dann wird die Finanzierung überwiegend aus allgemeinen Steuermitteln getragen – also von uns allen.

Das ist kein kurzfristiges Problem, sondern eine strukturelle Herausforderung.

Als Bürgermeister ist mir wichtig, klar zu sagen: Wettenberg steht zu seinen Kindertagesstätten. Wir investieren bewusst in gute Betreuung und in die Zukunft unserer Kinder. Aber wir können diese Aufgabe langfristig nur dann erfüllen, wenn die Finanzierung verlässlich und fair geregelt ist.

Ich wünsche mir, dass dieser Tag nicht nur ein Zeichen setzt, sondern auch dazu beiträgt, die notwendige Diskussion weiter voranzubringen.

Denn am Ende geht es nicht um Zahlen allein – sondern um die Frage, wie wir die Zukunft unserer Kinder gestalten wollen. Und das ist eine gemeinsame Aufgabe.

Beste Grüße

Marc Nees
Bürgermeister