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In diesem Jahr kommt der Eichenprozessionsspinner verstärkt in Wettenberg vor. Früher eher als selten eingestuft, wandert der Eichenprozessionsspinner mit der Klimaerwärmung zu uns. Er neigt in Trockenjahren wie diesem zur Massenvermehrung. Das Bedeutet das wir uns an die Anwesenheit des Eichenprozessionsspinner in unserer Landschaft leider gewöhnen müssen.

Der Eichenprozessionsspinner „Thaumetopoea processionea“ ist ein Forstschädling, der mit Vorliebe Eichen befällt. Seine Raupen schlüpfen Anfang Mai und leben in geselligen Familienverbänden. Sie versammeln sich nestartig an zusammengesponnenen Blättern oder Zweigen von Eichen und durchlaufen 5 bis 6 Entwicklungsstadien. Da es die Raupen gerne sonnig haben, sind dabei meist Bestandsränder und einzelnstehende Eichen betroffen. Die älteren Raupen ziehen sich Mitte Juni am Tage und zur Häutung in bis zu einem Meter lange Gespinstnester zurück. Diese Nester sind gefüllt mit Kot und alten Larvenhäuten. Von dort aus begeben sie sich auf Nahrungssuche. Dabei wandern 20 bis 50 Tiere nebeneinanderher und bilden eine „Prozession“ von oft mehr als 10 m Länge. Ende Juni ziehen sich die Raupen zur Verpuppung zurück. Diese Puppenruhe dauert ca. 3 bis 5 Wochen. Im August schlüpfen dann die Falter. Nach der Eiablage im frühen Herbst entwickeln sich die Jungraupen bereits in den Eiern, in denen sie auch bis Anfang Mai überwintern.

Nach einem Kontakt mit den Brennhaaren können unterschiedliche Symptome auftreten, welche ähnlich der Reaktion im Kontakt mit den Brennnesseln sind, aber stärker. Das Spektrum der Reaktionen geht von lokalen Hautausschlägen, über Quaddeln am ganzen Körper, Bronchitis und Asthma bis zum allergischen Schock. Besonders anfällig sind dünne Hautstellen im Gesicht, am Hals und in der Arm- oder Beinbeuge.

Dabei sind Menschen gefährdet die beruflich Gehölzpflegearbeiten durchführen oder im Wald arbeiten, also Land- und Forstwirte, Beschäftigte in Landschaftspflegebetrieben und Freizeiteinrichtungen.

Die Gemeinde wird bei Nestern, die ohne aufwändigere Technik erreichbar sind, sowie einen hohen Publikumsverkehr haben, möglichst zeitnah tätig und lasst diese Nester durch Absaugen mit entsprechenden Geräten und einer Schutzausrüstung durch Fachfirmen entfernen. Es ist nicht ratsam ohne Fachkenntnisse und entsprechender Ausrüstung die Beseitigung der Raupen vorzunehmen.

Bei Nestern, welche in schwer zugänglichen Regionen des Baumes befinden, wird die Gemeinde, dann ab Mitte Juni dann aktiv sein. Zu diesem Zeitpunkt beginnen sich die Raupen zu verpuppen, sodass bei der Entfernung davon auszugehen, dass alle Exemplare entfernt werden.

Die Gemeinde Wettenberg hat auch in besonders sensiblen Bereichen wie den Waldkindergärten und dem Schwimmbad vorsorgend mit einem biologischen Mittel (Bacillus thuringiensis-Präparate) gehandelt. Die Ausbringung muss unter Beachtung vieler Komponenten (wie z. B. Wetter mit Temperatur und Niederschlag; Austrieb der Eichen u. a.) geschehen und ist bis zum 2. Larvenstadium anzuwenden, bevor die Brennhaare ausgebildet werden. Das Präparat setzt sich auf den Eichenblättern fest und wird so von den Raupen gefressen. Die Raupe kann sich nicht mehr häuten und stirbt ab. In den kommenden Jahren ist geplant auch noch weitere sensible Bereiche so zu behandeln.

Durch Masse der Vorkommen, wird die Gemeinde jedoch nicht an jedem Baum in Feld und Wald aktiv werden. Daher gilt in der Nähe von Eichen eine generelle Vorsicht. Sobald man ein Gespinstnest entdeckt, sollte man jegliches Annähern an den befallenen Baum vermeiden und den nahen Bereich meiden. Auf keinen Fall darf man die Nester oder gar die Raupen berühren.


Der Gemeindevorstand
Marc Nees
Bürgermeister


Klaas Paul Rüggeberg
Umweltbeauftragter